Medientipp

Pullerpause im Tal der Ahnungslosen

Medientipp von Jane Fanselow (Dipl.-Bibliothekarin)

Was wäre, wenn man mit einem Koffer in die Vergangenheit reisen könnte? Man könnte Geschichte hautnah erleben, Urlaub bei den Wikingern machen, sehen, wie die Griechen ihre Demokratie gründeten, bei der Entdeckung Amerikas dabei sein oder mal eben einen Abstecher zu den Dinosauriern machen. Das wäre doch cool, oder?
Jobst und seine Mutter haben so einen Koffer und tatsächlich benutzen sie ihn, um Urlaub in der Vergangenheit zu machen. Seine Mutter findet das super spannend, aber Jobst ist davon nur genervt. Gerade eben sind sie auf dem Rückweg aus dem Mittelalter, als seine Mutter plötzlich pullern muss. So halten sie mal kurz im Jahr 1987 an. Während Jobsts Mutter sich hinter einen Fahnenmast hockt und Jobst einen Trabbi bewundert, passiert etwas ganz Dummes: Der Koffer ist verschwunden! Ohne Koffer keine Rückreise und so hängen die beiden in der DDR fest – in einem Land, wo die Kinder Pioniere heißen, man sich vor weißen Mäusen hüten muss, wo die Erwachsenen Muckefuck trinken, es keine Südfrüchte zu kaufen gibt und wo einem überall Bilder von einem alten Mann entgegen lächeln.
Zum Glück finden Jobst und seine Mutter schnell Freunde, die ihnen bei der Koffersuche helfen wollen. Ob und wo der Koffer wieder auftaucht und was der Staatsratsvorsitzende damit zu tun hat erfahren Kinder, wenn sie das Buch lesen.
Ein gelungener Ausflug in die Vergangenheit, ohne Mauerfall, aber dafür mit Spaß, Action und guten Freunden.

Das Buch und die CD sind in der Kinderbibliothek am Altstädtischen Markt 8 entleihbar. Ab 9 Jahren.

 

Gehm, Franziska:
Pullerpause im Tal der Ahnungslosen
Leipzig : Klett, 2016